Pfade - Grenze

Schnittstelle der Kulturen

Vitebsk kennen wir als sowjetische und postsowjetische Stadt. Im Zweiten Weltkrieg ist sie fast dem Erdboden gleichgemacht worden und viel vom alten Vitebsk ist nicht geblieben. Aber es gibt eine Stadt vor dieser Stadt. Sie  liegt an einem  wichtigen Schnittpunkt: an der westlichen Dvina, auf der man bis  zur Ostsee gelangt, eine der Hauptverbindungen zwischen Ostsee und Schwarzem Meer. Die Stadt bildet einen Eisenbahnknotenpunkt auf den Strecken von Sankt-Petersburg nach Warschau und von Moskau nach Riga. Sie hat eine wechselvolle Geschichte und es gehört zu ihren großen Rätseln, weshalb ausgerechnet sie zum Experimentierfeld der russischen Avantgarde wurde.

Mehrere Gründe trugen zum Verschwinden des alten Vitebsk bei, doch zugrunde gerichtet wurde es von den Deutschen. Sie haben die Stadt physisch zerstört und haben die Juden, die Gestalt und Geist der Stadt entscheidend geprägt hatten, umgebracht. Es gibt also ein Vitebsk davor und ein Vitebsk danach.